Offshore-Windenergieanlagen mit einer Kapazität von 1380 MW verzichten auf staatliche Förderung. Der durchschnittliche Erlös für nicht geförderte Offshore-Windenergieanlagen kann, laut den Experten von Energy Brainpool, von rund 53 EUR/MWh im Jahr 2025 auf rund 76 EUR/MWh im Jahr 2035 steigen.

Projekt Meerwind SÜD | OST (WIND MW)

Die Ergebnisse der ersten Ausschreibung für Offshore-Windenergieanlagen zeigen, dass einige Anbieter der Überzeugung sind, Offshore-Windenergieanlagen auch ohne staatliche Förderung wirtschaftlich betreiben zu können. Insgesamt boten Dong Energy und die EnBW 1380 MW zu einem Preis von 0 Cent/kWh an. Strompreisszenarien von Energy Brainpool modellieren die zu erwartenden,  durchschnittlichen Erlöse von Offshore-Windenergieanlagen in Deutschland bis 2050 in drei Sensitivitäten: Standard, konservativ und progressiv. Im Folgenden ist die Bandbreite der Ergebnisse im Zeitraum 2025-2035 dargestellt.

Im Standardszenario kann eine Windenergieanlage auf See im Jahr 2025 einen durchschnittlichen Erlös von 52,60 EUR/MWh erzielen. Dieser kann, laut den Experten, bis zum Jahr 2035 auf 76 EUR/MWh ansteigen. Die durchschnittlichen Erlöse werden in der, von Energy Brainpool entwickelten, Kenngröße „Vermarktungswert“ angegeben. Des Weiteren müssen die Mengen, welche eine nicht geförderte Anlage wirtschaftlich vermarkten kann, berücksichtigt werden. Geförderte Anlagen bieten, bedingt durch die fixe Vergütung des Fördersatzes, auch zu negativen Preisen. Nicht geförderte Anlagen hingegen schalten bei negativen Preisen ab, um Verluste zu vermeiden. Durch den großen Anteil geförderte Anlagen im deutschen Stromsystem werden zukünftig immer häufiger negative Strompreise auftreten, zeigt das Standardszenario. Aus diesem Grund muss eine nicht geförderte Anlage häufiger abschalten und kann somit nicht alle Mengen veräußern. Dieser Wert wird von Energy Brainpool als Vermarktungsmenge ermittelt. Im Standardszenario beträgt diese in den Jahren 2025-2035 durchschnittlich 95 % von der möglichen Jahresproduktion. Dieses Risiko muss bei einer fundierten Betrachtung der erlöse nicht geförderter Anlagen mit berücksichtigt werden.

Ein aktuelles White Paper von Energy Brainpool erläutert verschiedene Preisindizes zur Bewertung von Strommarkterlösen aus fluktuierenden Erneuerbare-Energien-Anlagen und verdeutlicht die eigens entwickelte Kenngröße des Vermarktungserlöses.