Für 2016 wird ein Zubau an Erzeugungskapazitäten für Windenergie zwischen 4,2 GW und 4,5 GW erwartet. Weiterhin wurden in der letzten PV-Ausschreibung durchschnittliche Zuschlagswerte von unter 7 cent/kWh erreicht.

Windrad

Nach Einschätzung der Fachagentur Windenergie an Land (FA Wind) wird 2016 eines der stärksten Jahre in Bezug auf den Ausbau der Windenergie in Deutschland sein. Bis September 2016 gingen mit knapp 1100 neuen Windenergieanlagen insgesamt 3070 MW an Leistung neu ans Netz. Dies entspricht einem Anstieg von über 60 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, wie auch Abbildung 1 (Quelle: FA Wind) zeigt. Weiterhin stehen noch Anlagen mit einer Gesamtkapazität von über 3600 MW im Anlagenregister, die schon genehmigt sind, aber noch nicht in Betrieb genommen wurden. Um die noch vorteilhafteren Förderungsbedingungen nach dem EEG 2014 im Vergleich zu den ab 2017 stattfindenden Ausschreibungen zu erhalten, ist der starke Zubau wenig verblüffend.

Abbildung 1: Monatliche Inbetriebnahme von Windenergieleistung in Deutschland bis September 2015 und 2016 (in MW)

So rechnet die FA Wind damit, dass bis Ende 2016, ein gesamter Zubau von 4200 bis 4500 MW an Windenergieleistung stattgefunden haben wird. Der Ausbau der Windenergie hat somit im vierten Jahr in Folge das politisch angestrebte Ziel von 2500 MW übertroffen und könnte ebenfalls noch das Rekordjahr 2014 ablösen. Ab 2017 werden nach der Fassung des neuen EEGs jährlich 2800 MW ausgeschrieben. Der Ausbau wird somit deutlich abgebremst.

Auch bei der PV ist die neu installierte Leistung im Oktober 2016 gegenüber dem Zubau im September angestiegen. Allerdings wird im Fall der PV der gesetzlich festgelegte Zubaukorridor von 2400 bis 2600 MW für 2016 deutlich unterschritten werden (Quelle: Montel). Positiv sind demgegenüber aber die Ergebnisse der sechsten PV-Freiflächenausschreibung vom 1. Dezember 2016. Wie die Bundesnetzagentur als ausrichtende Behörde bekannt gab, wurden in dieser Ausschreibungsrunde knapp 163 MW bezuschlagt. Mit Geboten von über 420 MW, war auch diese Ausschreibung mehrfach überzeichnet, wobei der durchschnittliche Zuschlagswert bei nunmehr 6,9 cent/kWh lag. Abbildung 2 zeigt die mengengewichteten durchschnittlichen Zuschlagswerte der PV-Ausschreibungen.

Abbildung 2: Zuschlagswerte der PV-Ausschreibungen

Die damit festgestellten Förderhöhen für die PV-Anlagen in der Ausschreibung liegen somit weit unter dem zulässigen Höchstwert der Ausschreibungsrunde von 11,09 cent/kWh, sowie auch 0,35 cent/kWh unter dem Durchschnittswert der Zuschläge der vorangegangenen Ausschreibung vom August 2016. Das niedrigste Gebot in der im pay-as-bid Verfahren durchgeführten Ausschreibung lag bei 6,26 cent /kWh und damit noch knapp 1 cent/kWh über dem Ergebnis der grenzüberschreitenden Ausschreibung mit Dänemark. Der nächste Ausschreibungstermin für PV ist der 1. Februar 2017, bei welchem 200 MW ausgeschrieben werden. Anlagen mit einer Kapazität von über 750 kW auf Gebäuden müssen sich bei diesem Termin ebenfalls in den Wettbewerb um die finanzielle Förderung begeben.