Die erste Ausschreibung für Offshore-Windenergieanlagen in Deutschland ging mit einem sehr überraschenden Ergebnis zu Ende. Der mengengewichtete durchschnittliche Zuschlagswert lag bei 0,44 cent/kWh, die niedrigsten Gebote bei 0 ct/kWh, das höchste bei 6 cent/kWh.

Projekt Meerwind SÜD | OST (WIND MW)

Die von der BNetzA veröffentlichten Ergebnisse der ersten Offshore-Ausschreibung vom 1. April 2017 können mit Recht als überraschend bezeichnet werden. Es wurden vier Offshore-Windparks mit einer gesamten Kapazität von 1490 MW bezuschlagt. Der niedrigste Gebotswert, der einen Zuschlag erhalten hat lag bei drei der Projekte bei 0 cent/kWh, der höchste bei 6 cent/kWh, dadurch ergab sich auch der niedrige mengengewichtete durchschnittliche Zuschlagswert von 0,44 cent/kWh.

Laut Montel hat EnBW mit seinem Projekt He Dreiht (900 MW) auf Subventionen verzichtet und einen Gebotswert von 0 cent/kWh in die Ausschreibung geschickt. Diesem Wert liegt die Auffassung von EnBW zugrunde, dass sich Offshore-Windparks in Zukunft am reinen Stromgroßhandelsmarkt refinanzieren können. Die weiteren drei Projekte von Dong Energy erhielten den Zuschlag für die restlichen 590 MW.

Ein weiterer Grund für die sehr tiefen Gebotspreise bei einem zulässigen Maximalgebot von 12 cent/kWh, ist auch der zeitverzögerte Bau der Projekte von 2021 bis 2025. Bis zu diesem Zeitpunkt rechnen die Betreiber wohl noch mit stark rückgängigen Preisen für Komponenten und Bau, sowie mit steigenden Großhandelspreisen. Zuletzt hatte das Gebot von 4,99 cent/kWh für den dänischen Offshore-Windpark Kriegers Flak durch Vattenfall für Aufsehen gesorgt. Dennoch hatten Marktbeobachter nicht mit einem derartigen Preisverfall für die deutsche Auktion gerechnet, sondern schätzten das Preisniveau auf etwa 8 bis 9 cent/kWh ein (Quelle: Montel).