Speicherhersteller Sonnen vernetzt über 2000 Batterien zu virtuellem Speicher zur Erbringung von Regelleistung. Erlöse ermöglichen kostenlose Stromlieferungen für Eigentümer der Batterien.

Sonnen battery (Foto: sonnen GmbH)

Die Vernetzung von 2000 Batterien zu einem virtuellen Speicher soll es dem deutschen Unternehmen erlauben am Primärregelenergiemarkt teilzunehmen. Somit können Photovoltaik-Heimspeicher zur Stabilisierung des Stromnetzes herangezogen. Da bei der Primärregelleistung im Vergleich zu den anderen Regelenergiearten nur kurzfristige Abrufe stattfinden, wird die Speicherkapazität der Batterien auch nicht mehr als wenige Prozent beansprucht. Die Batterien müssen nur für wenige Minuten am Tag Primärregelleistung erbringen, so dass der Batteriebesitzer dies gar nicht bemerkt.

In der Schweiz erbringt Sonnen zusammen mit einem Pool von 6500 Wärmepumpen und Nachtspeicherheizungen schon jetzt Primärregelleistung. Der Netzbetreiber Swissgrid hat die Anlagen und auch die Batterien im Juni präqualifiziert und somit offiziell die Erbringung von Regelleistung erlaubt.

Der Nutzen für die Kunden stellt sich folgendermaßen dar: Als Besitzer einer Batterie von Sonnen und einer PV-Anlage können schon circa 75 Prozent des Stromverbrauchs aus eigener Erzeugung gedeckt werden. Wer nun seine Batterie dem Regelleistungspool zur Verfügung stellt erhält den Reststrom kostenlos von Sonnen geliefert. „Damit spart der Kunde rund 200 bis 250 Euro im Jahr“, erläutert Sonnen-Geschäftsführer Philipp Schröder.

Der energiewirtschaftliche Nutzen wäre die Verringerung von Leistungsvorhaltung durch fossile Kraftwerke und somit geringe Kosten und Umweltbelastungen. Sonnen erwartet die Präqualifizierung durch die deutschen Übertragungsnetzbetreiber im ersten Quartal 2017. Dann sei es möglich Primärregelleistung und die kostenlose Strom-Flatrate auch in Deutschland anzubieten.