Das Netzwerk lokaler und regionaler Energieversorger Thüga rechnet mit einem Rückgang der Ergebnisse aus Handelsgeschäften für die deutschen Versorger um 75 Prozent bis 2024.

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In einer Studie, die die Stadtwerke-Holding Thüga gemeinsam mit der Unternehmensberatung AT Kearney erstellt hat, wird davon ausgegangen, dass das Gesamtergebnis der Energieversorgungsunternehmen bezogen auf das Jahr 2011 um 21 Prozent auf EUR 15,6 Milliarden bis 2024 zurückgehen sollte. Am stärksten werden die Bereiche Erzeugung von EUR 8 Milliarden auf EUR 3,8 Milliarden, und Handel von EUR 2,8 Milliarden auf EUR 0,7 Milliarden schrumpfen.

Insbesondere wirken sich zurückgehende Betriebsstunden konventioneller Kraftwerke und die sinkenden Großhandelspreise, beides angeheizt durch den Ausbau erneuerbarer Energien, auf die beiden Geschäftsbereiche aus. Allein die dezentrale Erzeugung stehe vor einem Ergebnisanstieg von EUR 1,9 Milliarden auf EUR 4,9 Milliarden. Die Mehrzahl der dezentralen Anlagen, seien aber erneuerbare Anlagen die in Hand von privaten Investoren und nicht der traditionellen Energieerzeuger sein, so die Studie.

Abbildung 1 zeigt Abschätzungen von EnergyBrainpool zu zukünftigen Eigenkapitalrenditen verschiedener Geschäftsbereiche von Energieunternehmen. In der konventionellen Erzeugung könnten negative Renditen vorherrschen, während die regulierten Bereiche der erneuerbaren Energien und des Netzbetriebes, sowie Teile des Vertriebs mit positiven Werten aufwarten.

 Eigenkapitalrendite verschiedener Geschäftsbereiche im zukünftigen Energiemarkt (Abschätzungen)
Abbildung 1: Eigenkapitalrendite verschiedener Geschäftsbereiche im zukünftigen Energiemarkt (Abschätzungen)

Die Energiebranche steht daher vor tiefgreifenden Veränderungen. Kleinere Margen im Handel trotz steigender Anzahl von Transaktionen werden durch stärker fluktuierende Strompreise hervorgerufen. Prozesse werden kleinteiliger und komplexer, wobei die Digitalisierung in der Energiewirtschaft die Steuerung dieser Prozesse vereinfachen kann.