Der aktuelle Referentenentwurf zum EEG 2016 kehrt vom Prinzip eines festen Mengenkorridors für Windenergieanlagen ab. Das Ausbauvolumen wird nun flexibel und in Abhängigkeit vom Ausbau anderer erneuerbarer Energien bestimmt.

Ausschreibung Wind

Die Berechnung des Ausbauvolumens für Windenergie an Land erfolgt gemäß einer Formel, die im aktuellen Referentenentwurf zum EEG 2016 des BMWI dargestellt ist. Außerdem soll von nun die Förderhöhe von Windenergieanlagen an Land, der Photovoltaik und der Biomasse mit einer Leistung von mehr als 1 MW in Ausschreibungen bestimmt werden. Ein White Paper von Energy Brainpool zeigt die wichtigsten Änderung des neuen Entwurfes auf:

1. Verzögerung des Ausbaus

Da der Zubau von Windenergie an Land in 2017 durch die Obergrenze für den Nettozubau auf 2500 MW jährlich begrenzt ist, verschiebt sich der Ausbau in die Zukunft.

2. Abhängigkeit des Ausbauvolumens von anderen erneuerbaren Energien

Bleibt der Ausbau von anderen erneuerbaren Energien unterhalb der im Referentenentwurf angenommenen Volumina, erhöht sich der Bedarf an Windenergieanlagen an Land. Dies könnte zur Folge haben, dass die Obergrenze für Windenergie an Land zu Tragen kommt und somit das Ziel von 45 Prozent erneuerbaren Energieanteils am Bruttostromverbrauch im Jahr 2025 verfehlt wird.

3. Gefährdung des EE-Ziels von 45 % durch wenig realistische Annahmen

Die Bestimmung des Bruttostromverbrauchs aus gewichtetem Mittel könnte einer dynamischeren Entwicklung in Hinblick auf die Kopplung der Sektoren Strom, Wärme und Verkehr nicht gerecht werden. Ebenso könnte die Annahme von 2200 Volllaststunden pro Jahr für neu zu bauende Windenergieanlagen an Land unter den Erwartungen bleiben. Beides würde dazu führen, dass das Ausschreibungsvolumen in den späteren Jahren steigen würde und das Erreichen des EE-Ziels, bedingt durch die Obergrenze, gefährdet sein könnte

4. Netto-Rückbau Biomasse

Nach angegebener Formel kommt es ab 2016 zu einem Netto-Rückbau der Biomasseanlagen in Deutschland. Da diese hohe Volllaststunden aufweisen, wirkt sich deren Rückbau negativ auf den Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch aus. Dies führt wiederum zu einer Erhöhung des Ausschreibungsvolumens für Windenergie an Land.