Innogy Innovation Hub, die Großbank UBS und der Autozulieferer ZF wollen mit ihrem neu entwickeltem Bezahlsystem „Car eWallet“ das Zahlen von Strom für Elektroautos an Ladestation vereinfachen. Hierzu nutzen die drei Unternehmen die Blockchain-Technologie.

Nachdem der Prototyp des automatischen Lade- und Bezahlkonzepts Blockcharge – aus einer Kooperation von Innogy und dem Internetunternehmen Slock.it entstanden – im Oktober 2016 die Beta-Phase abgeschlossen hat, soll das neue „Car eWallet“ Bezahlvorgänge weiter vereinfachen und soll ebenfalls weitere Funktionalitäten ermöglichen. Gerade die unterschiedlichen Abrechnungs- und Bezahlungssysteme in der Elektromobilität machen den Ladevorgang für Kunden mit Elektroautos oftmals unübersichtlich. So kooperieren nun der Autozulieferer ZF Friedrichshafen, die Schweizer Großbank UBS und der Innovation Hub von Innogy bei der Entwicklung eines neuen Bezahlsystems, dem „Car eWallet“. Der erste Feldversuch ist für dieses Jahr geplant (Quelle: Energate).

Neben der reinen Bezahlfunktionalität von Strom für das Laden von Elektroautos, soll diese „automobile Geldbörse“ aber noch weitere Funktionen für seinen Nutzer haben. So soll es möglich sein die Bezahlung von Autobahnmaut, Park-, sowie Car-Sharing und Lieferservicegebühren abzuwickeln. Die Automatisierung und hohe Funktionalität wird durch die Blockchain-Technologie, also einem dezentralen und digitalen Transaktionsbuch sichergestellt. Es sind keine aufwendigen Registrierungsvorgänge nötig und auch Kleinstmengen (wie etwa beim induktiven Laden) können so abgebildet werden. Abbildung 1 zeigt die verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten des „Car eWallets“ auf (Quelle: ZF).

Abbildung 1: Anwendungsmöglichkeiten des „Car eWallets“ im Bereich der Elektromobilität

Auch für die Zukunft ist das „Car eWallet“ gerüstet: Bidirektionale Zahlungsströme können ebenfalls verarbeitet werden. Dies bedeutet, dass auch Zahlungen entgegengenommen werden oder der Zugang zum Fahrzeug für Dritte freigeschalten werden können. Außerdem können E-Autos auch in ein intelligentes Energieversorgungssystem eingebunden werden. Die Ladevorgänge könnten sich dann automatisch nach der Netzlast, dem Anteil erneuerbarer Energie oder einem Preissignal richten, sowie auch wieder Strom ins Netz zurückspeisen und dem Nutzer, wenn er dies erlaubt, zusätzliche Einnahmen generieren.