Chinas neuer 13ter Fünf-Jahres-Plan für Energie reduziert die Ausbauziele für erneuerbare Energien, adressiert aber ebenfalls die hohen Abregelungsraten.

Artikelquellen mit freundlicher Empfehlung der Deutsch-Chinesischen Energiepartnerschaft der GIZ im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi).

 

Bis 2020 plant China Stromerzeugungskapazitäten von etwa 2000 GW installiert zu haben. Die Einordnung des geplanten Neuzubaus in China von den bis 2015 installierten 1500 GW, macht der Vergleich mit den Stromerzeugungskapazitäten Deutschlands 2016 von 200 GW, oder sogar denen Europas von ungefähr 1000 GW in 2015 klar. Kurz und knapp: Innerhalb der nächsten 4-5 Jahre wird der halbe Kraftwerkspark Europas in China zugebaut. Allerdings sollen nur 200 GW dieser neuer Stromerzeugungskapazitäten durch neue Kohlekraftwerke bereitgestellt werden, die damit auf eine Gesamtleistung von 1100 GW kommen. Nichtfossile Erzeugung soll in 2020 auf eine installierte Leistung von 720 GW kommen, wobei Atomkraftwerke mit einer Leistung von 58 GW und Gaskraftwerke mit 110 GW stehen sollen.

Für erneuerbare Energien ist ein langsamerer Ausbau von Kapazitäten vorgesehen, insbesondere da die Probleme der fluktuierenden Einspeisung von Strom aus Wind und Solar zur Abregelung von 15 % des erzeugten erneuerbaren Stroms in den letzten Jahren führte. Der detaillierte Ausbauplan für Erneuerbare bis 2020 sieht vor zu diesem Zeitpunkt nunmehr 210 GW an Wind (inklusive 5 GW Offshore Wind) installiert zu haben, anstatt den im letzten Jahr kommunizierten 250 GW. Der Ausbau von Solarenergie wird noch stärker abgebremst. Im Vergleich zu den Ankündigungen in 2015 im Jahr 2020 eine installierte Leistung von 150 GW zu haben, wurde dieses Ziel auf 110 GW reduziert. Dies beinhaltet 5 GW an Sonnenwärmekraftwerken (concentrated solar power), sowie 60 GW an dezentralen PV-Anlagen. Abbildung 1 zeigt die geplanten Kapazitäten der verschiedenen Technologien für 2020 in GW.

Abbildung 1: Installierte Kapazität in 2020 (GW)

Der 13te FJP für Energie zielt aber ebenfalls auf die Verringerung der von Abregelungen betroffenen Strommengen aus erneuerbaren Energien auf unter 5 %. Dies würde einen bedeutenden Schritt in Richtung der Integration von erneuerbaren Energien bedeuten und somit im Grund mehr Werte schaffen, als der reine Zubau von Kapazitäten, wie dieser Artikel sehr schön erklärt.

Im Jahr 2016 wurde in den ersten drei Quartalen schon 29 % weniger Investments in Windenergie getätigt. Die installierte Leistung von Windenergie erreichte dennoch 140 GW, wobei die Volllaststunden um 5 % auf 1250 sanken. Im Vergleich zu den Volllaststunden deutschen Windkraftanlagen im (windigen) Jahr 2015, sind dies 550 Stunden weniger und vor allem der Abregelung von Windenergie in den nordwestlichen Provinzen Chinas geschuldet. Andererseits wird das für die PV gesteckte Ziel von 18 GW Zubau in 2016 wohl um 12 GW überschritten, da während der ersten 9 Monate des Jahres schon 26 GW installiert wurden. Ein Großteil dieses starken Kapazitätsausbaus kann durch die sinkenden Vergütungssätze ab Ende Juni erklärt werden, wobei Projektentwicklung versuchten den Großteil der Projektpipeline noch vor diesem Termin ans Netz zu bringen.