Beim 5. Symposium "Energiehandel 2022" vom 15. bis 16. März 2016 diskutieren Experten aus Wirtschaft und Politik das Strommarktgesetz 2.0 vor dem Hintergrund der Energiewende und dem deutschen Kernkraftausstieg bis 2022. Auf der von Energy Bainpool organisierten Veranstaltung wurde sich intensiv den stetig veränderten Marktbedingungen, neuen Regularien und der langfristigen Sicherung von Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit des Energiemarkts gewidmet.

Der erste Tag der namhaft besetzten Veranstaltung fokussierte sich auf das geplante Strommarktgesetz (EnWG), dessen Umsetzung und die Bewertung durch die Marktakteure. Frau Dr. Kathrin Thomaschki stellte die wichtigsten Eckpunkte des Strommarktgesetzes und damit verbundenen Ziele seitens des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie BMWi vor. Aus ihrer Sicht wird das Strommarktgesetz den Strommarkts nicht revolutionieren, was auch nicht geplant war. Vielmehr haben Untersuchungen des BMWi gezeigt, dass die Evolution des Energy-Only-Markts kostengünstiger sei und dadurch auf einen Kapazitätsmarkt verzichtet werden kann. Sie ging insbesondere auf die Kapazitätsreserve und Sicherheitsbereitschaft ein, die laut BMWi keine Marktstützung, sondern reine Systemstützung darstellen.

Andreas Kuhlmann der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) zeichnete ein deutliches Bild durch seine Bewertung des vorliegenden Strommarktgesetzes: Die Eckpunkte des Strommarktgesetzes seien zu vergangenheitsorientiert und werden daher nur bedingt fruchten. Dabei wies er vor allem auf die fehlende Definition von Maßnahmen zur Sektorkopplung sowie zukünftiger Maßnahmen zur Sicherung der Versorgungssicherheit und Erreichung der gesteckten Klimaziele hin.

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung diskutierten Experten von Vattenfall und RWE das Strommarktgesetz aus Sicht der großen Energieversorger und stellten teilweise die Wirtschaftlichkeit der im Strommarktgesetz skizzierten Maßnahmen bezüglich Wettbewerb und Umsetzung der Kapazitätsreserve infrage. Susann Wöhlke von Vattenfall stellte dar, dass aus Vattenfall-Sicht der Energy-Only-Markt in der Vergangenheit durchaus genügend Investitionsanreize für neue Kraftwerke gesetzt habe und dies daher auch in Zukunft zu erwarten ist.