Wie im 13. Fünfjahrsplan für Energie dargestellt, nimmt sich die chinesische Regierung des Problems der Überkapazitäten an. Der Bau, sowie die Genehmigungsprozesse für eine große Zahl von Kohlekraftwerken in China wurden gestoppt.

Der Bau von 30 chinesischen Kohlekraftwerken wurde kürzlich durch die Zentralregierung gestoppt. Dies zeigt, dass die Behörden und die Politik in China das Problem der Kraftwerksüberkapazitäten annimmt. Die betroffenen Kraftwerke haben eine Erzeugungskapazität von 17 GW. Weiterhin wurden 30 große noch in der Entwicklungsphase stehende Projekte zum Bau von Kohlekraftwerken ebenfalls unterbunden. Für einiges dieser Kraftwerke wurden allerdings schon Höchstspannungsleitungen zum Transport des Stroms aus dem Westen Chinas in die Verbrauchszentren des Ostens errichtet. Abbildung 1 zeigt die davon betroffenen Kohlekraftwerksprojekte (Quelle: Greenpeace).

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Abbildung 1: Vom Ausbaustopp betroffene Kohlekraftwerksprojekte

Das Einmischen der chinesischen Regierung in diese Projekte bedeutet zuerst einen massiven finanziellen Verlust der involvierten Akteure. Dennoch, würde der Bau dieser nicht benötigten Kohlekraftwerke volkswirtschaftlich noch teurer sein und bis zu USD 20 Milliarden verschlingen.

Ein weiterer Grund für das Einschreiten der Regierung ist der Versuch kohlenstoffintensive Stromerzeugung zu verringern. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass das chinesische CO2-Budget durch den Bau und Betrieb dieser Kraftwerke bis 2036 aufgebraucht worden wäre. Somit wurden ebenfalls im April 2016 schon Projekte mit einer Kapazität von ungefähr 100 GW in der Genehmigungsphase gestoppt.

Es scheint, als würde die chinesische Regierung das Problem der Überkapazitäten in der konventionellen Stromerzeugung verstärkt angehen und auch die ersten Schritte zur Lösung implementieren.