Der Wettbewerb im Energiemarkt nimmt für die alteingesessenen Energieversorger zu. Nun will auch Apple überschüssigen Solarstrom vermarkten.

Der Elektronikkonzern Apple hat in den USA eine Strommarktlizenz bei der Aufsichtsbehörde FERC beantragt. Unter dem Namen Apple Energy LLC, könnte Apple somit den überschüssigen Solarstrom aus den firmeneigenen Anlagen im gesamten Gebiet der USA verkaufen. Apple hat sich seit geraumer Zeit dem Ausbau erneuerbarer Energien, vor allem zur Deckung des Eigenverbrauchs, verschrieben und kann nach circa 93 Prozent seines Strombedarfs durch Eigenanlagen decken.

Weiterhin will Apple die Gesamtkapazität seiner Solarprojekte auf weltweit über 520 MW ausbauen. Mit dem Schritt nun auch als Stromvertrieb aufzutreten, könnte Apple bald Überproduktion von Strom an Endkunden liefern. Abbildung 1 zeigt die Anteile an Solarerzeugungskapazitäten großer Konzerne in den USA. Mit 8 Prozent und umgerechnet etwas mehr als 60 MW liegt Apple an vierter Stelle.

Anteile an kommerziellen Solarerzeugungskapazitäten in den USA

Abbildung 1: Anteile an kommerziellen Solarerzeugungskapazitäten in den USA

Auch in Deutschland drängen neue Firmen in den Energiemarkt. So hat der deutsche Internetkonzern United Internet AG, zu dem Marken wir 1&1, Versatel und GMX gehören, Ende Januar 2016 die 1&1 Energy GmbH gegründet. Eingetragener Gegenstand der Tochterfirma ist „der Handel und Vertrieb von und mit Energie sowie Energiedienstleistungen aller damit im Zusammenhang stehende Tätigkeiten“. Der Mutterkonzern weist bedeutende Kompetenzen im digitalen Bereich auf und verfügt auch über eine große Anzahl an Kundenverträgen im Internetgeschäft.

In dieser Woche hat das große Energieunternehmen EnBW angekündigt den Vertrieb im Großkundengeschäft aufzugeben, da dieser nicht mehr profitabel sei. Im Privatkundengeschäft will man sich stärker kunden– und wettbewerbsorientiert aufstellen. Insgesamt sollen durch Effizienzverbesserungen Kosten in Höhe von 250 Millionen Euro eingespart werden.

Bestehende Energieversorgungsunternehmen sollten Neueinsteiger wie die Apple Energy LLC oder die 1&1 Energy GmbH auch als Wettbewerber ernst nehmen.